.. wo ich immer wieder mal gerne hinfahre, zur Insel THASSOS in Nordgriechenland Flagge Griechenland

THASSOS ist eine geschichtsträchtige Insel im nördlichen Griechenland, oder besser gesagt in der nördlichen Ägäis, touristisch noch nicht so erschlossen, oder besser verschlissen, wie so manch andere Stätte im sonnigen Mittelmeerraum,.

Gerade deswegen habe ich seit Jahren regelmäßig die Gastfreundschaft alter Freunde, die in Chrisi Ammoudia - besser bekannt unter dem Namen "Golden Beach" - eine kleine Pension betreiben, genossen.

Da die Insel keinen eigenen Flughafen besitzt, müssen alle Besucher über die Flughäfen Thessaloniki oder im Sommer auch über Kavala anreisen, und von Keramoti aus mit der Fähre zur Insel übersetzen. Das ist dem mitteleuropäischen Durchschnittstourie zu kompliziert, somit bleibt die Insel von demselben weitgehend verschont. Und das macht den besonderen Reiz aus, hier Urlaub zu machen.

Auf Thassos kann man wandern, eine Unmenge historischer Stätten besichtigen, sich erholen, fast jede Art von Sport treiben, nicht Golf spielen, aber gut essen und trinken. Wer will kann auch am Strand "rum-liegen" und die Sonne anbeten, aber das ist nicht unbedingt mein Ding. Die schönste Zeit ist Mai/Juni und September. Während der griechischen Schulferienzeit Juli/August sollte man Thassos, wie auch alle anderen griechischen Feriengebiete, allerdings meiden. Dann ist in Griechenland alles was Beine hat, auf denselben.

Ich habe den Weg dorthin nun auch schon einige Male mit dem eigenen Auto per Fähre (ANEK-Line) von Triest bzw. Venedig nach Patras gemacht, was natürlich ganz neue Möglichkeiten des Exportes von Olivenöl, Ouzo & Tsipouro sowie des berühmten Thassos-Honigs eröffnet. Bei dieser Art zu reisen kann man tatsächlich behaupten: "Der Weg ist schon das Ziel !" Die Ausfahrt aus dem Fährhafen in Venedig in der Abendsonne ganz nah am Markusplatz vorbei, und trotzdem nicht bedrängt der unzähligen Touristen dortselbst, das hat schon was !!

In Frühjahr 2008 ging's zur Abwechslung mal wieder per Flieger nach Griechenland, da Germanwings jetzt auch "Köln/Bonn - Kavala" zu bestimmten Zeiten relativ preiswert bediente.

Wenn aber wie im letzten Jahr (2010), die Summe aus Flugpreis und Mietwagenkosten in die Nähe der Kosten für die Fährpassage kommt, genießt der "Seeweg" absolute Priorität.
Die beiden großen griechischen Reedereien Minoan-Line und Anek-Line, welche die Strecken von Venedig bzw. Ancona nach Patras oder Igoumenitsa bedienen, liefern sich tradtionell einen harten Konkurrenzkampf. Zu Saisonbeginn werden zwar alljährlich Preislisten mit astronomischen Steigerungsraten publiziert, die zwangsläufig darauf folgende Buchungszurückhaltung führt aber meist schon vor Jahresfrist zu Rabattaktionen, die sich in diesem Jahr bis Ostern noch maximierten. Wer den richtigen Zeitpunkt erwischte, hatte für eine 2-Bett-Außenkabine und einen PKW hin und zurück nur rund 450 € zu zahlen.

AutobahnUnd da mittlerweile die neue Ost-Westautobahn A2 (Egnatia Odos) von Igoumenitsa im Westen bis an die türkische Grenze im Osten durchgängig befahrbar ist, die Fähren in Igoumenitsa meist kurz nach Mittag anlegen, drängt sich natürlich diese Route für die Fahrt nach Thassos geradezu auf. Die Strecke ist rund 600km bis Kavala bzw. zum Fährhafen Keramoti, die Fahrzeit ist unter 5 Std. anzusetzen (130kmh max), die letzte Fähre abends geht um 21:30 Uhr ab Keramoti nach Thassos, also ein entspannter Nachmittag erwartet mich !!!

Weit gefehlt: Die Lefka Ori der ANEK-Line legt an diesem Sonntagnachmittag mitten im Mai erst um 14:30 Uhr in Igoumenitsa an, was noch zu diesem Zeitpunkt unproblematisch aussieht. Zuerst kommt man auf der neuen A2 auch gut voran, hat ja immerhin rund 6 Milliarden EU-Euros (andere Quellen sprechen von 10) gekostet, dieses Prunkstück griechischer Autobahnbau-Gigantomanie.
Aber dann, so rund 50km vor Kozani, großes Polizeiaufgebot, alles runter von der Autobahn, wurde ich "über Land" geschickt.
Beschilderung katastrophal bis nicht vorhanden. Rund 2 Stunden später und gefühlten 500km gefahrener Strecke erreiche ich die Autobahn 20km vor Kozani wieder (30km gewonnen), und da alle Polizisten mit Chaosbewältigung beschäftig waren, blieb keiner mehr zur Bedienung einer Radarpistole übrig. Gott sei Dank !!!

Ich erreichte sogar noch die vorletzte Fähre um 20:30 Uhr in Keramoti, um Zehne saß ich beim Fedra in Chrisi Ammoudia am Strand. Etwas essen - ein Ouzo davor - einer dabei - und einer danach - Urlaub !!

Später hörte man aus den örtlichen Medien, eine Demonstration hatte die Autobahn lahmgelegt, man wehrt sich in Griechenland gegen die abartige Idee der Regierung, daß "jeder" seinem Einkommen angemessene Steuern zahlen soll. Überhaupt gilt das Steuernzahlen als "mega-uncool" in Griechenland. Und daß das "Fakelaki" abgeschafft werden soll?, völlig undenkbar für viele Ärzte, Beamte oder sonstige Staatsbedienstete dortselbst. Sowas kann man mit "dem Griechen" nicht machen!

Aber was gibt's Neues im Jahr der Krise 2010 auf Thassos:

Der Touristenstrom nach Griechenland hat stark nachgelassen in diesem Frühjahr, schon auf der Fähre von Venedig war nur ein Bruchteil der PKW-Plätze und der Passagierkabinen belegt. Dafür hatten sich die Preise der Verpflegung an Bord stark nach oben entwickelt, das gezapfte Bier (0,4l) oder ein Ouzo (50ml) deutlich über 4 €, ein mittelprächtiges Gericht im Self-service Restaurant nicht unter 10 - 12 €, das läßt schnell die relativ preiswerte Passage in einem anderen Licht erscheinen. Das gab's vor einigen Jahren für die Hälfte.
Die Restaurantpreise speziell auf Thassos waren dagegen weitgehend stabil, hier waren nur vereinzelt leichte Anpassungen zu verzeichnen.

Zum Kloster Ag. Panteleimon, im zentralen Gebirge der Insel gelegen und bisher nur zu Fuß oder per Geländewagen zu erreichen (da lebte 1 Mönch, und das nur in den Sommermonaten), hat man eine neue hochkomfortable Straße gebaut, gute 10km lang, mind. 7m breit, in besserem Zustand als die die Insel umrundende Hauptstraße. Nur die ersten 200m bei Kazaviti hat man eingespart, da muß man immer noch durch engste Gäßchen, um danach die Prachtstraße zu finden. Entsprechend ist die Verkehrsdichte, oder besser Verkehrs"dünne" !?

Restaurantszene im Frühjahr 2010: Krambousa in Scala Potamia und Mouses in Limenas am Hafen, seit Jahren für mich eine absolute Empfehlung, behaupten diese Wertung uneingeschränkt. In Scala Potamia wäre am nördl. Ende der Strandstraße jetzt noch Captain's Fish Taverne erwähnenswert, zumindest seine Fischsuppe ist spitze !!!
Gegrilltes, ob 2- oder 4-beinig, bei Elena oben in Panagia an der Kreuzung, wie seit Jahren gewohnt, gut!
Das Playa-de-Oro in Golden Beach am Campingplatz hat sich entwickelt und kann jetzt mit einem durchaus positiven Preis-Leistungsverhältnis punkten.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Insel, in Scala Maries/Marion, bestach das ALFAS unten am Hafen mit leckeren und leichten Vorspeisen und wirklich zuvorkommender Bedienung, da geh ich sicher wieder hin.

 

 

 

 

 


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